Portrait

Der Ritter - wie das Hotel / Restaurant liebevoll unter Stammgästen genannt wird - ist aus dem Attendorner Stadtbild nicht wegzudenken. Einkehren und willkommen sein. Sich umsorgt fühlen, schlemmen, teilhaben an etwas Besonderem, Lebensart spüren, die Sinne kitzeln. Hier ist der Gast ein Teil des Ganzen. Die Nähe zum Gast ist nicht nur Teil der Philosophie des Hauses - sie wird stets gelebt. Eva Kathol findet man nicht selten inmitten der Gäste. „"Für mich gehört der intensive Kontakt zu meinen Gästen wie Salz in die Suppe. Wer das als Gastronom nicht lebt, hat seinen Beruf verfehlt", so die passionierte Chefin des Hauses. Passion in die Gäste pflanzen- der Biss in eine Jakobsmuschel a la maison hält die Zeit für wenige Sekunden an.

Das Haus - im Herzen von Attendorn - in direkter Anbindung an die pittoreske Altstadt blickt auf eine über 200 Jahre alte gastronomische Geschichte zurück. Dem Ritter gelingt ein eleganter Seiltanz zwischen Modernität, alten Gemäuern, Kunst und Kultur. Im Inneren des Gastraums verleihen kostbare Kunstwerke , philosophische Literatur und frische Blumendekors den schweren, klassischen, holzvertäfelten Räumen Leichtigkeit und Modernität.

Durch die klar definierte Sitzstruktur wird der Raum optimal genutzt. Insgesamt kann man den Gastraum mit Hilfe einer Trenntür in 2 separate Räume mit jeweils bis zu 40 Sitzplätzen aufteilen. Der Inhalt der Speisekarte ist überschaubar und spiegelt genau das wieder, was Eva Kathol am Herzen liegt „"Wir bereiten alle Speisen a la minute zu. Jede Soße, jedes Stück Fleisch, jedes Gericht. Auch wenn es ein wenig länger dauern mag, wissen unsere Gäste, dass alles frisch für Sie zubereitet wurde", so die Vollblutgastronomin. Mit der stetig wechselnden Wochenkarte gelingt Eva Kathol, unterstützt durch ihr fantastisches Team, eine Fusion zwischen bürgerlicher Küche, jugendlichem Wahnsinn und Internationalität.

"Oft kommen mir die Ideen für meine Kreationen während des Einkaufs. Gerne probiere ich neue Gerichte aus oder verfeinere Altbewährtes. Das macht den Beruf und meine Arbeit so lebendig", so die Wirtin. "Wenn ich dann auch noch frischen Fisch entdecke, dann blühe ich auf. So sehr ich die Zubereitung aller Gerichte liebe - die Fischzubereitung ist mein Steckenpferd und meine heimliche Leidenschaft. Das wissen auch meine Stammgäste".

Eva Kathol hat mit Mut, innovativem Geist und dem sanftem Gefühl für Fortschrittlichkeit Neues und Altes verknüpft. So fand z.B. im vergangenen Jahr der erste musikalische-literarische Abend unter dem Motto "Licht und Schatten" statt. Musik, unter anderem von Edith Piaf und Hilde Knef, sowie unveröffentlichte Texte, dargeboten von 2 Musikerinnen am Saxophon und am Klavier, gepaart mit der lebendigen Kunst der Attendorner Künstlerin Uta Hoffmann. Ein Abend, der den Gästen lange in Erinnerung bleiben und in diesem Jahr definitiv nochmals unter einem wechselnden Motto stattfinden wird. „"Die Resonanz war überwältigend. Umso mehr freut es mich durch solche Veranstaltungen neue Aspekte in die sonst alltäglichen Strukturen unserer Gastronomie zu bringen", so Eva Kathol. Die Ideen für solche Veranstaltungen und das Interesse an Lebenskultur aber auch für andere kreative Gedankengänge sammelt Sie auf ihren spontanen Reisen nach Berlin.

"Immer wenn ich die Zeit finde schwinge ich mich in den Zug und fahre nach Berlin zu meiner Tochter. Dort ticken die Uhren ein wenig anders. Diese Eindrücke nehme ich gerne auf und lasse mich von der Vielfalt an Kunst, Kultur und Gastronomie inspirieren. Aber es geht mir nicht darum jeden Trend mitzumachen. Wichtiger ist es Trends zu setzen", so die Gastronomin. Dem Restaurant angeschlossen befinden sich im oberen Teil des Hauses 5 Hotelzimmer. 3 Doppelzimmer, sowie 2 Einzelzimmer, die jedoch durch ein paar Handgriffe schnell zu einem Doppelzimmer umfunktioniert werden können. Noch in diesem Jahr werden alle Zimmer komplett renoviert und zugleich modernisiert. „"Somit können wir unseren Standard weiterhin aufrecht halten. Ein gut durchdachtes Preis-Leistungsverhältnis inmitten einer wunderschönen, warmen Atmosphäre. Das ist unser Ziel - in jedem Bereich - egal ob Restaurant oder Hotel. Wer sich von dieser Atmosphäre überzeugen möchte, kann dies an 7 aufeinanderfolgenden Tagen. Nur am Samstagmittag sind die Türen des Gasthauses geschlossen."

 

Oktober 2015, Portrait im A LA CARTE - Magazin hier als .pdf-Datei

 

 

Das Haus "Zum Ritter"  

Im Schankraum befindet sich ein Schriftstück, dass von den ersten Jahren des "Zum Ritter" handelt. Da es in Attendorner Platt verfaßt und in Altdeutscher Schrift geschrieben ist, versuchen wir nachfolgend eine Übersetzung:  

Die Wirtschaft zum Ritter wird erstmals in den noch vorhandenen Urkunden mit dem Besitzer Caspar Neukirch genannt, der nach dem Dorf-Register 1763 Ursula Kath. Kost heiratete und in dem Rauchschatz-Register aus dem Jahre 1779 ausdrücklich als Wirt in diesem Hause bezeichnet war. Danach ist sein Sohn - Stadtkämmerer Caspar Neukrich - 1788 und 1794 als nächster Wirt benannt. Dessen Sohn und Erbe - Josef Neukirch - heiratete 1809 Elisabeth Wiffel aus Sporke bei Grevenbrück. Sie hatten keine Kinder und so bekam die im Haus lebende Nichte der Frau - Elisabeth Wiffel - die Wirtschaft übertragen.

Diese verheiratete sich 1855 mit dem Stadtrentmester Josef Müller. Nach seinem Tode betrieb die Wirtsfrau - bekannt als Müllers Kathrin - noch lange Zeit alleine die Wirtschaft. Ihr Sohn Josef Müller - allgemein Ritters Josef benannt - war Landgerichtsdirektor in Hagen und verkaufte 1900 den Ritter an Bäckermeister Franz Kost von der Breiten Straße. Dieser übertrug das Haus an seinen Sohn Franz Kost und von dem ging es über dessen Bruder Willi Kost auf seinen heutigen Besitzer über.

200 Jahre und auch noch eine gute spanne Zeit darüber, läuft mithinnen der Bierkran in diesem Haus, bansen die Kattfiller die leere Krüge auf den Tisch, auf dass sie frisch nachgefüllt werden. Und allzeit ist der Wirt darauf bedacht, dass die Gläser gut und frisch gefüllt werden. Drum schlag nur deftig mit deiner Faust auf den Tisch, ist dein Glas nicht voll und das Bier nicht frisch.

 

 

 

 

Unsere persönliche "Zum Ritter"-Geschichte

Die Inhaberin Eva Kathol konnte bereits vor Übernahme des "Zum Ritter" auf 20 Jahre Erfahrung und Erfolg in der Gastronomie zurück blicken.

Die Idee, den "Zum Ritter" zu übernehmen, kam spontan während eines Gespräches bei einem guten sizilianischen Rotwein. Etwa 24 Stunden später war die Besichtigung des vorher ca. 6 Monaten lang leer gestandenen Hauses absolviert und der Entschluß gefasst. Nach weiteren 24 Stunden war alles in die Wege geleitet. Um während des Attendorner Karnevals bereits Gäste empfangen zu können, blieben nun lediglich  4 Wochen, alles "auf Vordermann" zu bringen.

Dank den fleissigen Händen der Helfer klappte das nahezu Unmögliche: Karneval war zur großen Freude vieler Attendorner Einwohner der "Zum Ritter" wieder bewirtschaftet.

Die offizielle Eröffnung erfolgte dann wenige Tage später am 04.03.09.

 

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